Die früher dominierende Haupterwerbslandwirtschaft ist heute auf wenige Betriebe beschränkt. Zahlreich sind nach wie vor die Nebenerwerbslandwirte. Eine besondere Stellung innerhalb der Landwirtschaft nimmt das "königliche Gemüse", also der Spargel ein. Viele Forster Landwirte liefern alljährlich im Frühsommer den Ertrag ihrer Felder an die Obst- und Gemüseanbaugenossenschaft (OGA) in Bruchsal, den größten Spargelmarkt Europas. Der Spargelanbau als Nebenerwerb wurde aufgrund sinkender Erlöse immer seltener, so dass man heute in Forst in erster Linie durch den Direktverkauf des Erdbeer- und Spargelhofes Böser mit dem "königlichen Gemüse" versorgt wird.
2004 konnte der völlig neu gestaltete Ortskern der Bevölkerung übergeben werden. Die Strukturierung des Straßenraumes mit Granitstelen und Pflanzbeeten im mediterranen Stil lassen diesen enger wirken und verlangsamen so ganz automatisch die Geschwindigkeit der Fahrzeuge. Die neue Gestaltung des Kirchplatzes knüpft an die Platz- und Wegegestaltung im Bereich des Seniorenheimes im Kirchengarten an und wirkt besonders großzügig, da sich die Katholische Kirchengemeinde entschlossen hat, den Kirchenvorplatz mit in die Gesamtplanung einzubringen. So konnte ein einheitlich gestalteter fast 700 qm großer Platz entstehen, der mit Sitzbänken, Fahrradständern, Bäumen und bepflanzten Blumenkübeln ausgestattet ist. Ein großer Baum erinnert an den alten Ortskern. Das Herzstück des Kirchplatzes ist aber ohne Frage die knapp 100 qm große Wasseranlage. Die geringe Wassertiefe animiert Klein- und Schulkinder zum Betreten der wellenförmigen Wasserfläche, was besonders in der warmen Jahreszeit gerne genutzt wird. Die dreiteilige große Steinplastik der Forster Künstlerin Ulla Steiner bildet einen zusätzlichen Blickfang.
Am Freitag, den 02. Mai 2008, konnte das neue Feuerwehrhaus sowie das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) 20/16 seiner Bestimmung übergeben werden. Mit einem Festumzug brachten die Feuerwehrangehörigen die Feuerwehrfahrzeuge vom alten Feuerwehrhaus in der Langestraße zum neuen Feuerwehrhaus in der Freiherr-von-Draiß-Straße. Festredner war u.a. Innenminister Heribert Rech, dem Bürgermeister Reinhold Gsell für die bereitgestellten Mittel aus dem Landesfeuerwehrprogramm dankte. Die Zahl acht gilt im biblischen Zahlenkreis als Neuanfang und das stellt sich für die Forster Wehr wie folgt dar:
Gegründet im Jahre 1888, Einzug in das Feuerwehrhaus in der Langestraße 1958, Erwerb eines Löschfahrzeuges (LF 8) im Jahre 1978, Einzug in das neue Feuerwehrhaus in der Freiherr-von-Draiß-Straße und Bereitstellung des neuen HLF 20/16 im Jahre 2008. Der heutige Feuerwehrkommandant Harald Huber ist der achte Kommandant seit Gründung der Feuerwehr vor 120 Jahren.
Pfarrer Michael Storost von der katholischen und Dekan Wolfgang Brjanzew von der evangelischen Kirche erteilten dem Haus und dem neuen Fahrzeug den Segen. Über das Haus wacht eine der Gemeinde gestiftete geschnitzte Darstellung des hl. Florian. Die Bevölkerung war am Samstag und Sonntag zum Mitfeiern und zur Besichtigung des Hauses, der Fahrzeuge und Geräte eingeladen.
Architekt Christoph Laier plante den Bau des neuen Feuerwehrhauses als zweckdienliches Gebäude mit vier Fahrzeughallen, einem Unterrichts- und Aufenthaltsraum mit Küche, Vorratsraum, Lager, Dusche, Umkleiden, einer Werkstatt, einem Atemschutzraum, einem Jugendraum, einer Kleiderkammer sowie einem Funk- und Verwaltungsraum. Das Gebäude ist 25 x 40 m groß. Eine moderne Absauganlage sorgt in den Hallen für saubere Luft. Die Gesamtkosten des Hauses belaufen sich auf rd. 950.000 €, das Land förderte die Investition mit 200.000 €.
2009 investierte die Gemeinde Forst weiter in den Brandschutz, ein neuer Gerätewagen-Transport (GW-T) wurde angeschafft. Die Anschaffungskosten der neuen Feuerwehrfahrzeuge - dem HLF 20/16 und dem GW-T - belaufen sich auf über 500.000 €, die Zuschüsse vom Land betragen rd. 120.000 €.
Rund 220.000 € investierte die Gemeinde Forst im Jahre 2008 in die Sanierung und den Umbau des 1957 erbauten alten Feuerwehrhauses in der Langestraße. Das Projekt wurde über das Landessanierungsprogramm gefördert. Mit über 5.700 ehrenamtlichen Helferstunden der Vereinsmitglieder wurde das Haus um- und ausgebaut und steht heute dem DRK, dem FFC, der DLRG und den Schachfreunden zur Verfügung. Im Erdgeschoss befindet sich weiterhin die große Fahrzeughalle, in der neben der Möglichkeit Fahrzeuge und Geräte abzustellen auch eine Küche für das DRK eingerichtet wurde, um bei Schadenslagen Betroffene und Helfer schnell versorgen zu können. Der große Mehrzweckraum im Obergeschoss steht bei Bedarf allen vier Vereinen zur Verfgüung, hier trainieren auch die Tanzgarden des FFC. Im Dachgeschoss teilen sich DLRG und Schachfreunde einen weiteren Raum für Übungsabende. Gemeinsam genutzt wird die Küche im ersten OG. Einer Tafel an der Vorderfront des Gebäudes läßt sich die Chronik des Hauses entnehmen.
"Nehmt dieses Haus in Besitz, erfüllt es mit Leben und bringt euch weiterhin mit eurer Kreativität, eurer ganzen Kraft und eurem jugendlichen Elan ein", forderte Bürgermeister Reinhold Gsell die Forster Jugend bei der Eröffnung des neuen Jugendhauses am 28.06.2009 auf. Im Beisein des Gemeinderates, der Vertreter der Ortsvereine, der Schulen, der Polizei und der Forster Jugend konnte das Gebäude auf dem Areal der ehemaligen Kreisjägervereinigung zur Nutzung freigegeben werden.
Das große Plus des Jugendhauses sei seine Lage etwas außerhalb der Wohnbebauung, jedoch nicht weg vom Schuss, betonte Bürgermeister Gsell. Mit der Weiterführung der Straßenbeleuchtung und den Pollern an der Wannenstraße im Übergang zum Feldbereich ist für die Sicherheit auf dem Weg zum Jugendhaus gesorgt. Für die Maßnahme Jugendhaus hatte die Gemeinde 140.000 €in den Haushalt eingestellt und mit diesem Budget die Umsetzung der Container vom ehemaligen Standplatz Bacherhof, die Straßenbeleuchtung, die Erneuerung der Elektrik und Sanitätsversorgung sowie die Anschaffung eines zentralen Brennwertgerätes mit Heizkörpern, eine neue Küche und eine Theke finanziert. Den Jugendlichen steht nun ein Raumangebot von rund 100 qm zur Verfügung, das weitläufige Außengelände bietet sich für Aktivitäten im Freien an. Ein inzwischen eingerichteter Grillplatz wird oft und gerne genutzt. Die Innenraumgestaltung lag weitgehend in den Händen der Jugendlichen, die in Absprache mit Jugendsozialarbeiter und Verwaltung ihre Vorstellungen kreativ in vielen Arbeitsstunden umgesetzt haben. Ohne diese Eigenleistung und die Unterstützung von Sponsoren wäre es nicht möglich gewesen, den vorgegebenen Rahmen einzuhalten.
Die offene Jugendarbeit soll die bestehenden Strukturen ergänzen, will aber auf keinen Fall Konkurrenz zur breit gefächerten Vereinsarbeit sein. Als besonders wichtig wird die Kooperation mit Schule, Polizei, Vereinen und kirchlichen Einrichtungen angesehen, um die angestrebte Vernetzung des Sozialraumes der Jugendlichen zu erreichen. Unter der Leitung unserer Sozialarbeiterin hat sich das neue Jugendhaus "ForJu" zu einer gut besuchten Einrichtung entwickelt, interessierte Jugendliche finden hier Gleichgesinnte und stets ein offenes Ohr.
Um die Kräfte bündeln zu können hatte sich die Gemeinde Forst um die Aufnahme ins Projekt "jes - Jugend engagiert sich" beworben. Eine Projektberaterin des Paritätischen Bildungswerkes Freiburg bildete Jugendliche zu Mentoren für Bürgerengagement aus. Jugendliche wollen Sinnvolles tun und zeigen was sie können und wollen erleben, dass es sich lohnt, sich zu engagieren. Dafür steht "jes". Forst wurde der Status einer "jes.Kommune" am Vortag der Jugendhauseröffnung in Stuttgart verliehen. Damit steht die Gemeinde aber auch in der Pflicht, Jugendlichen die Basis zu bieten, von der aus sie verschiedene Zugänge zu engagiertem und freiwilligem Handeln ausprobieren können.

