Architektur

Das Pfarrhaus

katholisches Pfarramt
Das Pfarrhaus wird erstmals in einem Schreiben des damaligen Pfarrers Ulrich Streicher an Fürstbischof Georg von der Pfalz im Jahre 1528 erwähnt. Der Pfarrer bat um die Erneuerung des Pfarrhaus. Das neue, 1530 gebaute Pfarrhaus wurde 1631 wohl von den Mansfeldern im 30-jährigen Krieg zerstört. Erst unter Bischof Hugo von Orsbeck (1675 – 1711) wurde es neu gebaut. Die Fachwerkbauten jener Zeit hatten eine Lebensdauer von 60 –100 Jahren. So war es schon teilweise verfault als es im Jahre 1733 im Polnischen Erbfolgekrieg schwer beschädigt wurde. Doch der damalige Fürstbischof Schönborn wies die Bitten des Pfarrers Valet um eine Unterstützung zur Reparatur sehr energisch ab. Schönborn verstarb 1743, doch auch dessen Nachfolger Fürstbischof Hutten begann die inzwischen üblich gewordene öffentliche Ausschreibung der Arbeiten für das Pfarrhaus erst im Februar 1750. Das im Jahr 1751 fertiggestellte Pfarrhaus stellt im wesentlichen auch noch den Grundriss des heutigen Pfarrhauses dar. Aus diesem Grund ist über der Eingangstür des Pfarrhauses auch die barocke Jahreszahl 1751 sichtbar.
Das Pfarrhaus wurde im Laufe der Zeit ständig repariert und erweitert. So kam 1866 ein neuer Brunnen in den Pfarrhof und 1889 wurden die alten Kamine des Hauses gegen vier eiserne Öfen und einen Kachelofen ersetzt. Doch insgesamt war es so gut gearbeitet, dass im Jahre 1840 sogar die geschmackvollen Fensterläden vom unteren Stockwerk gestohlen wurden.
Erst 1914 baute Baumeister Schroth den Dachraum des Hauses aus. Diese Maßnahme wurde nötig, weil der Erzbischof 1911 ein ständiges Vikariat für Forst genehmigte. Durch diesen Ausbau erhielt der Vikar zwei Zimmer, des weiteren wurden zwei Zimmer auf dem Gartengelände angebaut.
Nach dem Umbau 1914 traten erst nach Ende des 2. Weltkrieges größere Veränderungen ein. Der in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene Kindergarten sollte erweitert werden, weswegen eine der beiden Scheunen als unbrauchbar abgerissen und die andere in ein Jugendheim mit Leihbibliothek umgewandelt wurde.

Katholische Kirche St. Barbara

1. Die gotische Kirche
Diese Kirche war bereits um das Jahr 1430 vorhanden, jedoch lediglich in den Ausmaßen einer Kapelle. Sie dürfte etwa 10 x 6 m groß gewesen sein und stand wie auch heute schon in der Mitte des Ortes.
Im 30-jährigen Krieg wurden 1631 Dorf und Kirche komplett zerstört. Die wenigen Überlebenden waren hinter die Stadtmauer von Bruchsal geflüchtet und blieben elf Jahre in ihrem Exil. 1642 baten die Einwohner und der Pfarrer von Forst das Domstift Speyer darum, die Kirche zu reparieren. Diese Reparatur war in jedem Falle unzureichend. Als im Jahre 1683 zwei Jesuiten im Auftrag des Bischofs eine Visitation vornahmen war das Holzwerk verfault und brüchig und das Dach durchlässig. Nach 1700 war für die Kirche im allgemeinen eine gute Zeit angebrochen. 
Kath. Kirche St. Barbara
So konnte auch die Forster Kirche repariert werden. Dieser Entwicklung setzte der Brand der Kirche am Freitagnachmittag des 7. Juli 1741 ein jähes Ende. An diesem Gewittertag schlug der Blitz in den Kirchturm und noch bis zum folgenden Vormittag brannte die Kirche. Erst Bischof Hutten begann 1743 mit dem Neubau.


2. Die Barockkirche
1747 war der Bau soweit abgeschlossen, dass Pfarrer Valet den Chor einsegnen konnte um Gottesdienst zu halten. 1749 war auch der Bau des Kirchturmes abgeschlossen, so dass die Kirche vom Speyerer Weihbischof Johann Buckel konsekriert wurde. Der Turm war ca. 28 m hoch. Kaum war die barocke Kirche fertiggestellt, wurde die gotische, die in unmittelbarer Nähe stand, abgerissen. 1753 wurde der Beichtstuhl und der Taufstein nach einer Beanstandung durch Weihbischof Buckel erneuert.
Lange Zeit waren keine Reparaturen an der Kirche erforderlich. Erst 1775 erfolgten Arbeiten an den Fenstern und dem Kirchdach. 1788 wurde auch der Chor überholt.

3. Die heutige Kirche
Die alte Kirche wurde im 1887 für 1150 Mark auf Abbruch versteigert und 1888 abgerissen. Inzwischen war der Aufbau der neuen Kirche bereits erfolgt. Schon 1882 war mit den Grabarbeiten für das Fundament begonnen worden. 1885 erhielt Pfarrer Hallbaur die Genehmigung die neue Kirche mit einem Tragaltar zu benutzen. Die Konsekration erfolgte 1887 durch Erzbischof Johann Roos. Die Kirche hat eine dreischiffige Basilika, bei der sich Turm, Langhaus und Chor deutlich voneinander abheben. Ihre Mächtigkeit verdankt sie dem 56 m hohen Turm und drei nach Renaissanceart aufgesetzten und miteinander verbundenen Zwerchgiebeln. Der von allen Besuchern bewunderte mächtige Innenraum hat eine ausgezeichnete Akkustik.

Das Jägerhaus

Jägerhaus
Das einstige Dienstgebäude der fürstlichen Oberjäger stellt heute noch ein besonderes Schmuckstück im Forster Ortsbild dar. Der wunderschön renovierte Barockbau steht repräsentativ für die Rolle, die Forst in einer langen Vergangenheit hinsichtlich des Lußhardt-Waldes zugefallen ist. Das Baudenkmal dokumentiert zugleich das Interesse der bedeutenden barockzeitlichen Fürstbischöfe für Forst.

Das Jägerhaus entstand 1747 als zweistöckiges herrschaftliches Oberjägerhaus mit Vieh- und Pferdestallung sowie Wasch- und Backhaus.

1895 kaufte der Zigarrenfabrikant König das Jägerhaus und richtete einen Filialbetrieb ein. Bald darauf ging es in den Besitz von Zigarrenfabrikant Rotheimer über. Rotheimer baute an das Jägerhaus ein mehrstöckiges 17 m hohes Fabrikgebäude an, das der Zigarrenherstellung diente. Im Jägerhaus hatten die Werkmeister ihre Dienstwohnungen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Jägerhaus an eine Polstermöbelfabrik verkauft. 1972 übernahm Peter Hahn das Gebäude und den Betrieb. 1983 wurde das Jägerhaus von der Gemeinde erworben und in seine „Ursprünglichkeit“ restauriert.

Mit insgesamt 9 verschieden großen Räumlichkeiten und einer Gesamtnutzfläche von rund 1000 m² bietet das Jägerhaus optimale Möglichkeiten für gesellschaftliche Veranstaltungen jeder Art. Die einzelnen Räumlichkeiten zeichnen sich durch eine angenehme und gepflegte Atmosphäre sowie durch gute technische Ausstattung aus.


Das Jägerhaus kann über das Bürgerbüro der Gemeinde Forst angemietet werden.



 
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