„Initiative Tunnellösung“ erwartet Prüfung einer unterirdischen Schienengütertrasse. Lebensqualität im hoch verdichteten Raum muss langfristig erhalten bleiben


 

 
Die Schienenverbindung zwischen Mannheim und Karlsruhe gehört heute schon zu den am stärksten frequentierten Strecken in ganz Deutschland. In Zukunft werden deutlich wachsende Bedarfe auf der Route erwartet, die ein Teilstück der strategisch wichtigen Trasse von Genua nach Rotterdam darstellt. Der ganzen Region ist klar, dass Deutschland den Ausbau schnell bewältigen muss, weil andere Länder ihrer Ausbauverpflichtung bereits nachgekommen sind. Klar ist ebenfalls, dass für die Schienengütertrasse in einem schon heute stark verdichteten Raum eine Trasse gefunden werden muss. Allseits wurde ein transparenter Suchprozess begrüßt, den die Deutsche Bahn angekündigt hat und aktuell durchführt. Bei den Dialogforen wird jedes Zwischenergebnis erläutert, in Workshops werden die Zwischenergebnisse vertieft und in Projektleitersprechstunden können weitere Nachfragen gestellt werden. Der Prozess erfährt sehr große Beachtung und ist auch für die Deutsche Bahn außergewöhnlich. Allein: Er löst das Problem nicht, dass die Erweiterung der Schienengütertrasse durch Ausbau oder Neubau zu erheblichen Betroffenheiten in den Städten und Gemeinden führen wird. Wann immer eine solche Betroffenheit erkannt wird, ist der Aufschrei groß. Die Dialogforen sind deshalb häufig emotional aufgeladene Veranstaltungen, an deren Ende man auch im Dissens auseinandergeht. Aktuell erfolgt im Prozess, ausgelöst durch die einzelnen Wortmeldungen, eine starke Fokussierung auf den Bereich zwischen Molzau und Karlsruhe. Der Suchraum für eine mögliche Trasse ist natürlich weit größer und es ist auch ein Verdienst der Karlsruher Erklärung, dass sich dieser von der französischen Grenze bis an den Rand des Kraichgaus erstreckt. Aber nicht nur im nördlichen Landkreis Karlsruhe, sondern auch in anderen Landkreises und Regionen vernimmt man zusehends, dass verschiedene Linienkorridore für die Städte und Gemeinden nicht akzeptabel sind. Dies gilt insbesondere dann, wenn Raumwiderstandsklassen der Kategorie IV oder V betroffen sind. Wenn schon in einem so frühen Stadium das „Hauen und Stechen“ beginnt, dann stellt sich die Frage, wo das noch enden soll. Im Rahmen der Antragskonferenz vom 29. November 2021 ist dabei einmal mehr formuliert worden, dass es keine Trasse geben wird, bei der nicht hohe und höchste Raumwiderstandsklassen überwunden werden müssen. Zur Not bedeutet das die Zerteilung von Gemeinden und Abbruch von Bestandsgebäuden uvm. Natürlich ist das für die betroffenen Kommunen nicht akzeptabel. Die Frage die sich stellt ist jedoch, wie eine Alternative aussehen könnte. Viele Möglichkeiten gibt es dabei nicht, aber eine Variante drängt sich förmlich auf. Eine Tunnellösung von Karlsruhe bis Mannheim. Der Gotthardtunnel ist fast 60 Kilometer lang und hat 3 Milliarden Franken gekostet. Die Strecke zwischen den beiden badischen Metropolen ist nur unwesentlich länger und eine Tunnelverbindung liegt durchaus im Rahmen des Möglichen. Ob die Herstellungskosten mit dem Gotthardtunnel vergleichbar sind, kann hier nicht abgeschätzt werden, aber eine Prüfung sollte es wert sein. Die allgemeine Aussage der Deutschen Bahn, Tunnel werden grundsätzlich nur zur Durchquerung von Erhebungen im Gelände (Berge oder Hügel) realisiert, hält einer Überprüfung nicht stand. Die Engstirnigkeit sollte hier eine Öffnung zum Horizont hin erfahren. Wir bauen regelmäßig U-Bahnen, Unterführungen und auch im kleinen Forst Tiefgaragen. Alles nicht, weil wir durch einen Berg graben wollen, sondern ausschließlich, weil es in den stark verdichteten Siedlungsgebieten eine so große Platznot gibt, dass der Bereich unter dem Boden eine echte Alternative darstellt. Auch im Rahmen des Projektes Stuttgart 21 wurden rund 60 Kilometer Tunnel realisiert, insbesondere um Siedlungsgebiete zu schonen. Zwischen Karlsruhe und Mannheim schlägt das Herz Badens und Baden-Württembergs und zusammen mit der Südpfalz blicken wir auf eine der stärksten Wirtschaftsregionen in der gesamten Republik. Für diesen stark verdichteten Raum sollte ernsthaft eine Tunnellösung überprüft werden. Es wäre eine technisch machbare Lösung, die jegliche oberirdischen Raumwiderstände schont, die Schall- und Lärmsituation umfassend kontrolliert und die Einhaltung des ehrgeizigen Zeitplans bis zum Planfeststellungsverfahren garantiert. Die Tunnellösung scheint auch die einzige Variante zu sein, die die Harmonie zwischen den Regionen und den Städten und Gemeinden erhalten könnte. Die „Initiative Tunnellösung“ verlangt von der Deutschen Bahn die Prüfung einer durchgehenden Tunnelvariante von Mannheim bis Karlsruhe und fordern die Bundesregierung auf den Auftrag für die Deutsche Bahn derart zu erweitern, dass eine solche Prüfung möglich wird. Die Städte und Gemeinden im Suchraum sind herzlich eingeladen, sich der „Initiative Tunnellösung“ anzuschließen und von der Bundesregierung, den Bundestagsabgeordneten und der Deutsche Bahn eine solche einzufordern. Musteranschreiben werden gerne zur Verfügung gestellt.
Die Initiative ist nicht auf Dauer angelegt und soll auch keine straffe Organisation erhalten, sondern zielt lediglich darauf schnellstmöglich so viele Städte und Gemeinden dazu zu bewegen ein bislang latentes Interesse mit Nachdruck an die Bundesregierung, die Bundesabgeordneten und die Deutsche Bahn zu kommunizieren, so dass eine spontan konzertierte Aktion anlässlich des aktuell erfolgten Regierungswechsels am Ende einen signifikanten Unterschied macht und die Prüfung der Tunnellösung auslöst.

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