Partnerschaft mit Landsberg

Im 30. Jahr der Wiedervereinigung echte Partnerschaft begründet

Patenschaft in Partnerschaft auf Augenhöhe umgewandelt

In der Nacht von 2. auf den 3. Oktober hat die Stadt Landsberg (Saa-lekreis) mit der Gemeinde Forst eine Partnerschaft auf Augenhöhe begründet. Im Beisein von Mitgliedern beider Hauptorgane haben die Bürgermeister beider Kommunen - Anja Werner (Landsberg) und Bernd Killinger (Forst) die Partnerschaftsurkunde bei einer klei-nen Feierlichkeit in der historischen Gaststätte Goldener Löwen, in unmittelbarer Nähe des Landsberger Rathauses, unterzeichnet. In ihrer Ansprache verwies Bürgermeisterin Anja Werner darauf, dass der Stadtrat von Landsberg einstimmig der Begründung dieser Partnerschaft im 30. Jubiläumsjahr des Bestehens zugestimmt hat. „Gleiches gilt auch für den Forster Gemeinderat“, wie Bürgermeister Bernd Killinger berichten konnte, der zusammen mit vier Mitgliedern von Gemeinderat und Verwaltung zum historischen Datum nach Landsberg gereist war und dort von Mitgliedern des Stadtrates und der Verwaltung - darunter auch alle Fachbereichsleiter und der Feuerwehrkommandant - empfangen wurde. Ursprünglich war ein großer Festakt zur Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde vorgesehen gewesen.Zur Reise nach Landsberg hatten sich im Frühjahr rund 100 Forsterinnen und Forster angemeldet. Nachdem zwei Busse gebucht und gefüllt waren, wurde bereits eine Warteliste geführt. Kurz vor der Sommerpause musste die Fahrt schließlich coronabedingt abgesagt werden. Aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben. Die Fahrt soll nachgeholt werden.Historisch betrachtet, war in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 von Bürgermeister Alex Huber (Forst) und Horst Weigt (Landsberg) die Patenschaftsurkunde unterzeichnet worden. Anlässlich von „30 Jahre Wiedervereinigung“ wurde die Patenschaft, die schon immer Elemente einer Partnerschaft getragen hatte, nun auch formal in eine solche umgewandelt. Der Rahmen der Zusammenarbeit hat sich zwischenzeitlich gänzlich verändert. War die Gemeinde Landsberg anfangs nur rund halb so groß wie Forst, so weist sie zwischenzeitlich fast die doppelte Einwohnerzahl auf, was sich auch an der Bezeichnung „Stadt“ erkennen lässt. Aus einer einseitigen Fürsorge nach der Wiedervereinigung hat sich zwischenzeitlich längst ein Miteinander unter Gleichen entwickelt. Die beiden Kommunen stehen vor vergleichbaren Herausforderungen bei der Zukunftsgestaltung, was die beiden Bürgermeister veranlasst sich immer wieder auszutauschen, z. B. bei Themen wie Kinderbetreuung, Digitalisierung oder Bevölkerungsschutz. Getragen wird das Miteinander schon heute durch einen Austausch auf der Vereinsebene. Diese Kontakte sollen helfen, um Fragestellungen des Ehrenamtes einer guten Bearbeitung zuzuführen, aber natürlich auch, um 30 Jahre nach der Wiedervereinigung das Verständnis für unterschiedliche Rahmenbedingungen, Lebenssituationen und Perspektiven zu stärken. In diesem Sinne ist die Umwandlung der Patenschaft in eine Partnerschaft ein Beitrag und ein Symbol für ein starkes und stabiles wiedervereinigtes Deutschland und ein Bekenntnis zum europäi-schen Gedanken von Friede und Wohlstand.


Ein einschneidendes Ereignis in der Deutschen Geschichte, die Deutsche Wiedervereinigung, hat auch in Forst Spuren hinterlassen. Schon im Vorfeld der Wiedervereinigung knüpfte Bürgermeister Alex Huber Kontakte zu der Stadt Landsberg in der damaligen DDR. Die übernommene Patenschaft leistete Hilfestellung beim Wiederaufbau dieser Gemeinde.

Die Stadt Landsberg (Sachsen-Anhalt) liegt ca. 15 km von Halle an der Saale entfernt und hat ca. 4500 Einwohner. Vorherrschend ist eine landwirtschaftliche Struktur sowie mittelständisches Gewerbe. 1990 besuchte eine Delegation des Bezirkes Halle aus der ehemaligen DDR die Stadt Karlsruhe. Bei einer Besichtigung der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten e.V. wurden erste Kontakte zwischen Forst und Landsberg geknüpft. Bereits Ende April 1990 besuchte eine Delegation, unter Führung des damaligen Landsberger Bürgermeisters Horst Weigt, die Gemeinde Forst. Ein Gegenbesuch der Forster fand noch im Mai 1990 statt. Bei diesem ersten Gedankenaustausch wurde von beiden Seiten der Wunsch nach einer patenschaftlichen Beziehung geäußert. Man wurde sich schnell einig. Am 26.06.1990 fiel die einstimmige Entscheidung des Forster Gemeinderates, mit der Stadt Landsberg eine Patenschaft zu schließen. Die Urkunde wurde am 07.09.1990 von den Bürgermeistern Alex Huber und Horst Weigt unterzeichnet.

Die Patenschaft gestaltete sich über die Jahre sehr vielfältig. So besuchten sich Vertreter der Gremien und der Gemeindeverwaltungen gegenseitig. Vereine und Kirchengruppen knüpften Kontakte, Privatpersonen schlossen Freundschaften.
Man stand den Landsbergern mit Rat und Tat zur Seit, auch finanziell versuchte man der Stadt in den Jahren des Umbruchs unter die Arme zu greifen.

Heute kann man sagen, dass die Visionen von damals Wirklichkeit geworden sind. Landsberg wurde zu eine Vorzeigegemeinde in den neuen Bundesländern. Aus der Patenschaft ist mittlerweile eine Partnerschaft gewachsen, die Patenschaft feiert 2020 ihr 30-jähriges Jubiläum und hat sich inzwischen zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe entwickelt.

Landsberg zu Gast in Forst 2019

Delegation um Bürgermeisterin trägt sich ins Goldene Buch ein



Die Gemeinden Forst und Landsberg blicken auf 29. Jahre Patenschaft zurück. Anlässlich von 30. Jahren Mauerfall hat nun eine 20-köpfige Delegation die Gemeinde Forst besucht. Angeführt wurde die Abordnung von Bürgermeisterin Anja Werner, die sich zusammen mit allen Gästen ins Goldene Buch der Gemeinde Forst eingetragen hat (vgl. Foto). Bürgermeister Bernd Killinger sowie die Ehrenbürger und Amtsvorgänger Reinhold Gsell und Alex Huber – der seinerzeit die Patenschaft mitbegründet hat – haben die Gäste zusammen mit Mitgliedern des Forster Gemeinderates empfangen. Zur Landsberger Delegation gehörte auch Eva Weigt, die Ehefrau des zwischenzeitlich verstorbenen Landsberger Bürgermeisters Horst Weigt, der seinerzeit die Patenschaft mitbegründet hat.
Die Pfeiler der Zusammenarbeit sind heute aus Forster Sicht die Handballabteilung des Turnvereins und der Gospelchor. Beide pflegen gute Kontakte nach Landsberg und haben sich ganz wesentlich bei der Betreuung der Gäste eingebracht.
Am Pfingstsonntag stand die Erkundung der Region mit einer Fahrt nach Heidelberg auf dem Programm. Abends haben die Landsberger Gäste das Mächtigkeitsspringen des 79. Pfingstturnieres des Forster Reit- und Fahrvereins besucht. Am Pfingstmontag hatte die Gemeinde zu einem öffentlichen Brunch im Foyer des Alex Huber Forums eingeladen. Über 60 Personen haben das Angebot angenommen. Neben diversen Vereinsvorständen habe sich auch Bürgerinnen und Bürger eingefunden, um sich über die bestehende Zusammenarbeit zu informieren und Kontakt aufzufrischen oder neu zu knüpfen.
In einer „Zukunftswerkstatt“ haben sich Gemeinderäte, Vereinsvorstände und Verwaltung zu einem offenen Ideenaustausch getroffen. Schnell war man sich einig, dass die Zusammenarbeit fortgesetzt und intensiviert werden soll. Von 2. bis 4. Oktober 2020 ist der nächste Besuch in Landsberg terminiert. Anlässlich von 30 Jahren Wiedervereinigung und 30 Jahren Patenschaft ist es geplant, das Miteinander auf ein neues Fundament zu stellen. Genau drei Jahrzehnte nach der Begründung der Patenschaft soll diese dann zu einer Partnerschaft umgewandelt werden, mit dem Ziel die Beziehungen auf den Ebenen Verwaltung, Schule/Kindergärten und Vereine weiter zu stärken. Unter anderem ist vorgesehen, dass es im Mitteilungsblatt zukünftig regelmäßig Informationen über die Partnergemeinde gibt. Angestrebt wird auch das Miteinander von unten zu stärken und aus Partnern Freunde zu machen, die sich auch außerhalb von offiziellen Delegationsbesuchen treffen. Vorgeschlagen wurde auch eine Beschilderung, die am Ortseingang auf die Partnerschaft verweist oder auch eine Stärkung des persönliches Austausches, z. B. durch eine Vertretung Landsbergs beim Forster Adventszauber oder die Entsendung einer Delegation aus Forst nach Landsberg anlässlich von 100. Jahren Freiwilliger Feuerwehr. Den Bürgermeistern der beiden Gemeinde ist auch ein Austausch zwischen den Verwaltungen wichtig, um bei Zukunftsthemen wie „Digitalisierung, Energie und Umwelt oder dem demografischen Wandel“ die Kräfte zu bündeln und voneinander zu lernen.

Kontakt

Gemeindeverwaltung
Weiherer Str. 1
76694 Forst

Servicezeiten:


Dienstags und Donnerstags
von 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr
von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Tel.: (07251) 780-0
Fax: (07251) 780-237
kontakt@forst-baden.de